Demodex
Als Haarbalgmilbe bezeichnet man Milben der Gattung Demodex, die in den Haarbälgen von Säugetieren parasitieren. Zu einer Erkrankung (Demodikose, Syn. Acarusräude, falsch auch manchmal Demodexräude genannt) kommt es zumeist nur bei Störungen des Immunsystems.
Haarbalgmilben
leben in den
Haarfollikeln besonders der Kopfhaut und auf der Kopfhaut einschließlich
Stirn. Haarbalgmilben werden von Person zu Person weitergegeben meist von Mutter
zu Kind und besiedeln jeden Menschen, aber auch alle anderen Säugetiere. Die
winzigen Milben fressen Fett und Bakterien, aber auch Cremereste und Schminke.
Nach zwei Wochen Leben auf der Haut kehren sie an ihren Geburtsort, den
Haarfollikel, zurück, wo sie sich fortpflanzen. Die neuen Milben wandern mit dem
wachsenden Haar wieder auf die Hautoberfläche zurück. Ihre Existenz hilft das
Gleichgewicht auf der Haut aufrecht zu erhalten. Während sie bei Tieren mit
geschwächtem
Immunsystem eine Demodikose verursachen können, sind negative Folgen
bei Menschen und seinem
Kommensalen
Demodex follicularum nicht bekannt.

Peter Brooke: Kleine Ungeheuer, Die geheime Welt der winzigen Lebewesen, Gondrom-Verlag, 1999, S. 32-33