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Die Mutterhündin und der Züchter
haben mit der Erziehung Ihres Welpen schon begonnen. Die Mutterhündin
natürlich aus Hundesicht und sie war dabei liebevoll konsequent. Und das müssen
Sie Ihrem Welpen gegenüber nun auch sein.
Auf gar keinen Fall dürfen Sie ihn nach folgendem Motto behandeln:
"Er soll
sich erst einmal eingewöhnen, er ist ja noch so klein. Er kennt meine Stimme
noch nicht und es kommt so viel auf ihn zu. Deshalb lasse ich es durchgehen,
wenn er nicht hört oder die Vase umwirft, vielleicht auf dem Sofa liegt, wenn er
den Mülleimer leert und den Kindern die Schulbrote wegfrisst..."
Ihr Hund würde
das ganz anders auffassen. Wenn Sie zu nachgiebig und inkonsequent sind, würde
er das als Aufforderung verstehen, die Rudelführung zu übernehmen.
Als Rudelführer müssen Sie die Grenzen festlegen, innerhalb derer er
sich bewegen soll. Tun Sie dies nicht, wird er die Entscheidungen treffen - im
Hundesinn, und dies führt stets sehr schnell zu Problemen.
Folgende Grundsätze sollten Sie ein
Hundeleben lang beherzigen:
- Mein Hund ist ein Rudeltier. Ich bin sein Boss.
- Ich mache keine Fehler, denn das würde mein Hund nicht verstehen.
- Was ich sage, ist Gesetz. Mein Hund kann nicht diskutieren.
- Als Rudelführer stehen mir besondere Rechte zu. Ich esse, bevor mein Hund frisst, ich
gehe als Erster durch die Tür, ich kann auf dem Lagerplatz meines Hundes
sitzen, wann immer es mir gefällt – er jedoch nicht auf meinem.
Dies mag autoritär erscheinen,
entspricht aber dem natürlichen Verhalten im Rudel. Mit einem
antiautoritären, partnerschaftlichen Erziehungsstil käme Ihr Hund nicht
zurecht.
Strafen werden sich weitgehend vermeiden lassen, wenn es Ihnen gelingt,
Ihrem Welpen auf natürliche Weise Ihre Dominanz zu zeigen. Ganz ohne
ein "Nein" werden Sie jedoch nicht auskommen.
Aus wissenschaftlicher Sicht haben sich zur Hundeerziehung immer wieder neue
Erkenntnisse ergeben. Im Wesentlichen steht jedoch immer dasselbe simple Grundprinzip
im Vordergrund:
Es geht um erwünschtes und um unerwünschtes Verhalten des Hundes. Macht Ihr
Hund etwas so, wie sie es sich wünschen, müssen Sie ihn loben.
Macht er etwas falsch, sollten Sie
ihn nicht schimpfen, sondern ignorieren. Wenn Sie Ihren Hund nicht beachten
und nicht auf ihn reagieren, wird er das am ehesten verstehen. Loben Sie
erst wieder, wenn erwünschtes Verhalten gezeigt wird.
Dieses einfache Prinzip ist in der Realität häufig recht schwierig
umzusetzen. Sie
müssen sich sehr konzentrieren und Ihren jungen Vierbeiner beobachten, damit Sie gewünschtes Verhalten auch sofort mit Lob bedenken.
Und Ignorieren heißt: gar nichts tun, nicht gucken, nicht schimpfen, auch
nicht ganz leise, sondern stumm bleiben und sich abwenden.
Damit Ihr Hund Sie verstehen kann,
ist es wichtig, daß Sie schnell reagieren. Gerade mal ein bis zwei Sekunden haben Sie Zeit,
um ein Verhalten mit einem positiven Reiz (Lob) oder einem negativen Reiz
(Strafe) zu belegen. Danach weiß Ihr Hund nicht mehr, warum Sie reagiert
haben und bezieht es schon auf seine nächste Handlung.
Lob
Lob kann ein freundliches Wort sein, ein Klopfen, Streicheln,
Kraulen, ein Leckerchen oder der Ball, der wegfliegt. Aber bitte immer nur
eins! Auch ein Lob soll etwas Besonderes sein, und deshalb wird nur gelobt,
wenn der Hund etwas Besonderes getan hat. Für die ersten Sitzübungen wird
also noch jedes Mal gelobt, wenn es dann (fast) immer klappt schon seltener
und irgendwann gar nicht mehr. Dann ist es selbstverständlich, dass diese
Übung befolgt wird. Lob gibt es dann schon längst für andere Aufgaben.
Tadel
Bei den "Strafen" reicht der Katalog vom Nichtbeachten über ein "Nein" oder
"Pfui" bis hin zum mehr oder weniger leichten Ruck am Halsband. Dabei muss
das Maß abgestimmt sein auf das Alter, den Ausbildungsstand und die
Situation. Die berühmte gerollte Zeitung sowie das Festhalten und Schütteln
im Nacken gehören endgültig in die Mottenkiste der Hundeerziehung.
Welpenspielstunde
Das Zusammenleben mit dem Menschen ist wichtig, aber Kontakt zu Artgenossen
gehört genauso zu einer optimalen Entwicklung eines Welpen.
Welpenspielstunden gehören heute zum Hundealltag und werden überall
angeboten. Fragen Sie Ihren Tierarzt, wo der nächste Hundeverein oder eine
Hundeschule ist, die Welpenkurse anbietet. Möglichst früh sollten Sie Ihren
Hund an andere gewöhnen. Ideal ist es, wenn Hunde der verschiedenen Rassen
und damit auch mit völlig unterschiedlichem Aussehen zusammenkommen. Der
Altersunterschied der Welpen sollte nicht zu groß und niemals sollten die
Hunde unbeaufsichtigt sein. Erfahrene Gruppenleiter wissen, wann es sich bei
einer kleinen Rauferei noch um ein Spiel handelt und ab wann sie eingreifen
müssen. Auch die ersten Übungen, also "Sitz", "Platz" und "Komm", werden in
der Gruppe schon geübt. Natürlich überwiegen die Spieleinheiten.
Hundeschule
Direkt auf die Welpenspielstunde folgt etwa ab dem Alter von vier
bis fünf Monaten die Hundeschule. In einer Hundeschule, sei sie nun
gewerblich oder auch privat von einem Verein durchgeführt, wird man mit
Ihnen nicht nur gemeinsam mit dem Hund üben, sondern Ihnen auch erklären,
wie ein Hund lernt oder warum diese oder jene Übung momentan noch nicht so
klappt. Sie werden dort "rund um den Hund" umfassend beraten. Sie werden es
erleben: Hundeschule macht Ihnen und Ihrem Vierbeiner einen Riesenspaß und
die Erfolge kommen schneller, als Sie denken. Üben! Das ist das Geheimnis
einer guten Hundeerziehung.
Jeder Hund sollte lernen, allein zu
Haus zu bleiben. Üben ist wieder die Grundlage und die ersten
Übungseinheiten sollten kurz sein. Verlassen Sie Ihren jungen Hund zunächst
nur, um allein in den Nebenraum zu gehen. Gehen Sie ohne viel zu sagen, ein
kurzes "Bleib" genügt. Richtig freudig können Sie dann das "Wiedersehen"
gestalten. Anfangs kommen Sie nach einer Minute zurück, später dehnen sie
die Zeitspannen aus. Damit Sie hören, ob Ihr Hund still liegt oder ob er im
Raum auf Entdeckungstouren geht, können Sie ihm ein Glöckchen ans Halsband
binden oder einen kleinen Schlüsselbund. So können Sie ihn akustisch durch
die verschlossene Tür "sehen" und ihm notfalls zurufen.
Nach diesen ersten Übungen erhöhen Sie langsam nicht nur die Zeitspanne,
sondern auch die Entfernung
Sauberkeitstraining des Welpen:
Damit ein Welpe schnell sauber
wird, hier einige Regeln und Gedanken zur
Sauberkeitserziehung:
1. Ein Welpe wird zum
Lösen, also um Urin oder Kot abzusetzen, sich immer die Art von Untergrund
suchen, an die er von klein auf gewöhnt war.
Schauen Sie beim Züchter genau, auf was für einem Untergrund sich
die Welpen saubergemacht haben. Am einfachsten ist es, wenn der Welpe dort
gelernt hat, sich auf einem natürlichen Untergrund, wie Rasen, Sand oder
Erde zu lösen. Dieses Verhalten behalten die Hunde ein Leben lang bei.
2. Ein Hund beschmutzt nie
sein eigenes Lager.
Übertragen auf das Sauberkeitstraining bedeutet es, dass Sie einen jungen
Hund nicht sofort in Ihre gesamte Wohnung lassen sollten. Bringen Sie ihm
zunächst bei, dass eine Ecke der Küche, vielleicht abgetrennt mit Brettern,
sein Lager ist. Wenn er dann unruhig wird, tragen Sie ihn raus und loben Sie
ihn, wenn er sein Geschäft dort verrichtet hat. Allmählich kann man das
„Lager“ dann auf die gesamte Küche und Wohnung ausdehnen.
Wenn Sie die Nächte nicht in der Küche bei Ihrem Welpen verbringen möchten,
empfiehlt es sich den Welpen an eine Transportbox zu gewöhnen. Sie kann
tagsüber in der Küche stehen. In der Box wird der Hund auch gefüttert.
Schließlich soll ein Aufenthalt darin keine Strafe sein.
Nachts, wenn die Box neben Ihrem Bett steht, ist das Türchen zu. Der Welpe
riecht Sie, spürt Sie und ist in der Regel schnell ruhig. Wenn er dann
nachts wach wird und auf sich aufmerksam macht, sollten Sie schnell
aufstehen und mit ihm nach draußen gehen.
3. Ein Welpe kann seinen
Urin noch nicht sehr lange zurückhalten.
Junge Hunde sollten nach dem Fressen und nach dem Schlafen
Gelegenheit haben, sich zu lösen. In den ersten Wochen liegt dieser Platz in
unmittelbarer Nähe der Haustür. Nach und nach, bei länger werdenden
Spaziergängen, wird der junge Hund lernen, sich draußen zu lösen. Auch nach
dem Spiel sollte der Welpe nach draußen gebracht werden.

Und wenn es dann doch
„passiert“?
Bewahren Sie Ruhe, auch wenn Sie sich noch so sehr ärgern. Reinigen Sie
gründlich, so dass der Geruch des Urins nicht haften bleibt. Beachten Sie Ihren
Welpen dabei nicht, schauen Sie ihn nicht an, sprechen Sie nicht mit ihm.
Nur, wenn Sie den Kleinen direkt erwischen, wie er sich hinhockt, um Ihren
Wohnungsboden
zu verschmutzen, dürfen und sollen (!) Sie Ihrem Ärger freien Lauf lassen. Ein
lautes „Nein“ oder „Pfui“ und gleichzeitiges Raustragen des Welpen ist in dieser
Situation sinnvoll – aber auch nur in dieser.
Wie lange dauert das
Sauberkeitstraining?
Wer Glück hat, bekommt einen acht Wochen alten Welpen, der bereits
stubenrein ist. Andere lernen es in nur wenigen Tagen. Alle Hunde lernen es,
haben Sie bitte Geduld.
Einfach nur draußen
ist nicht immer der richtige Ort.
Bitte denken Sie bei jedem Spaziergang daran, eine Tüte für den Kot
Ihres Hundes mitzuführen. Niemand tritt gern in ein Hundehäufchen, sei es nun
groß oder klein.
Wird mein Hund kommen, wenn ich ihn rufe?
Hunde sind Rudeltiere. Wenn sie eins
fürchten, dann ist es allein zu sein. Dies gilt es zu nutzen.
Dosiert loben!
Bei den ersten Spaziergängen wird der Hund nur gerufen, wenn er ohnehin
schon kommt. Meist folgt darauf das, was der Züchter:schon für diese Situation
empfohlen hat: (Stimm-) Lob oder
Schmuseeinheiten oder ein Futterbröckchen. Eins von den dreien genügt. Ihr Hund
weiß sonst nicht mehr, dass er für das Kommen gelobt wurde. Dabei beobachten
Sie, worauf der Hund am besten reagiert. Entscheidend ist, dass er gern
zurückkommt, sofort, ohne Umwege und zügig.
Was tun, damit der Hund „hört“?
Einige Tipps für den Hundespaziergang:
- Rufen Sie Ihren Hund, wenn er das Folgen noch nicht gelernt hat, immer nur
dann, wenn er ohnehin zu Ihnen kommt.
- Rufen Sie Ihren Hund nur einmal.
- Laufen Sie nie zu ihrem Hund hin, laufen Sie von ihm weg.
- Wenn ihr Hund zwar zu Ihnen kommt, aber kurz vorher ausweicht, machen Sie
sich klein, hocken Sie sich hin.
- Schimpfen Sie nicht, wenn Ihr Hund nicht sofort kommt.
- Nehmen Sie Ihren Hund nicht immer an die Leine, wenn Sie ihn gerufen
haben. Loben Sie ihn kurz, und fordern Sie ihn auf, wieder zu laufen.
- Seien Sie für Ihren Hund attraktiv: Wenn er zu Ihnen kommt, halten Sie ein
Spielzeug bereit, spielen Sie kurz mit ihm. Zwar werden Sie nie so interessant
sein wie ein anderer Hund, aber es sollte bei Ihnen nicht viel langweiliger
sein als bei einem Artgenossen.
Welpenschutz:
In der Tat ist es erstaunlich, was
sehr junge Hunde im Kontakt mit anderen meist dürfen. Dies gilt jedoch zu
Hause, bei Hunden im selben Haushalt, die an die Welpen gewöhnt wurden.
Kommunikation will gelernt
sein – auch von Hunden untereinander
Hunde kommunizieren untereinander über sehr fein abgestimmte, für uns oft
kaum oder gar nicht wahrnehmbare Signale. Ein leichtes Heben oder Senken der
Rute, eine veränderte Ohrenstellung, ein leichte Kopfdrehung – für
ausgewachsene Tiere, vor allem, wenn sie sich kennen, alles eindeutig und
klar erkennbar.
Welpen müssen diese differenzierte Körpersprache in ihren Feinheiten erst
noch lernen. Dies geht erstaunlich schnell und Welpen lernen sehr bald, mit
entsprechender Körpersprache zu zeigen, dass sie sehr wohl wissen, dass die
anderen zu respektieren sind. Aber sie können es nicht immer sofort.
Da gibt es dann ausgewachsene Hunde, die sehr souverän aufgrund ihres
Charakters oder ihrer bisherigen Lebenserfahrung die Kleinen ertragen und
sogar anlernen. Dieses Verhalten mag für die meisten Hunde zutreffen, vor
allem, wenn sie regelmäßig derartige Kontakte haben. Rüden und auch ältere
Hündinnen gehören häufiger zu dieser Kategorie.
Hündinnen, vor allem kurz vor oder während der Hitze, oder auch Junghunde,
die zwar äußerlich schon fast ausgewachsen aussehen, aber dennoch selber
dabei sind, ihre Position in einem Rudel zu erobern oder zu festigen,
reagieren häufiger und viel eher abweisend und auch schon mal grob.
Unliebsame Begegnungen
In der Regel geht dies mit einem kurzen Knurren, Stoßen oder auch
folgenlosem Schnappen ab. Welpen können hierauf mit einer Palette an
Verhaltensweisen reagieren, die von Abducken über Demutsgebärden bis hin zu
lautem, markerschütterndem Geschrei reicht. Wenn sich die Situation dann
beruhigt hat, stellt man fest, dass ein Großer nur gewarnt und nicht zugebissen
hat.
Da aber nicht alle Hunde ausreichend sozialisiert werden und es auch schlechte
Lernerfahrungen und dann andere Reaktionen gibt, kann man sich nicht darauf
verlassen, dass Begegnungen zwischen jungen und älteren Hunden immer harmonisch
verlaufen.
Was heißt das für erste
Begegnungen eines Welpen mit fremden Hunden?
Seien Sie vorsichtig und vor allem aufmerksam. Nehmen Sie Ihren Hund an die
Leine und führen Sie ihn langsam an andere Hunde heran. Erkundigen Sie sich bei
den Besitzern der anderen Hunde, wie diese mit Jungtieren umgehen.
Unterbinden Sie stürmische Begrüßungen, und vor allem lassen Sie Ihren jungen
Hund nicht bei anderen auf den Widerrist, den Schulterbereich, springen.
Wie und wo kann ein Welpe die
„Hundesprache“ am besten lernen?
Besuchen Sie mit Ihrem Hund eine Welpenschule. Dort kann er gemeinsam
mit anderen Gleichaltrigen die „Hundesprache“ erlernen. Im günstigsten Fall gibt
es dort auch einen erfahrenen, ruhigen, älteren Hund, der dieses Lernen
deutlich, aber für Ihren Hund unproblematisch unterstützt.
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